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In früher Kindheit sah sie den Film "Brust oder Keule" mit Louis de Funès und strebt seitdem eine Laufbahn als Gastrokritikerin an. Die beruflichen Umwege dorthin nutzt sie für Alltagsbeobachtungen in der Mittagspause.

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Landesarchiv Berlin revisited

Über das gastronomische Umfeld des Landesarchivs am Eichborndamm wurde an dieser Stelle zwar bereits ausführlich berichtet, seit 2005 hat sich hier allerdings einiges verändert.
Darüber hinaus wird das Archiv künftig auf noch größeres Interesse stoßen, da sukzessive die historischen Personenstandsunterlagen der Berliner Standesämter hier zentral zur Nutzung bereitgestellt werden.
Im Archiv selbst gibt es wie gehabt einen Kaffeautomaten, Getränke- und Snackautomaten, am Informationstresen liegen die aktuellen Speisepläne zweier Kantinen aus, die zu Fuß zu erreichen sind. Etwa 700m den Eichborndamm hinauf sind es bis zur Deutschen Dienststelle (WASt, Wehrmachtauskunftstelle). Wie im Bundesarchiv bekommt man beim Pförtner ein Schild zum Anstecken,

kann so dekoriert das eine oder andere freundliche „Mahlzeit“ auf den Gängen erwidern und sich dann mit den dortigen Mitarbeitern in die Essensschlange einreihen. Es gibt sogar einen Freisitz, Continue reading Landesarchiv Berlin revisited

Magenknurren in Alesia



Am Rande von Venarey-les Laumes, inmitten burgundischer Hügellandschaft, direkt neben dem örtlichen Super U, ist im vergangenen Frühjahr ein Ufo gelandet!

Ziel der Invasion war vermutlich die Demonstration kosmischer Überlegenheit: Mit Hilfe von Luftbildern, Caesars uns allen aus Latinum-Vorbereitungskursen bestens bekannter Schrift „De bello Gallico“, diverser Asterixhefte sowie auf den Vorarbeiten von Napoleon III aufbauender Ausgrabungen gelang es den Extraterrestrischen, den in der irdischen Forschung heftig umstrittenen Schauplatz der  Entscheidungsschlacht zwischen dem römischen Feldherrn und den unter Führung des Vercingetorix verbündeten Gallierstämmen im Jahre 52 v. Chr. zu lokalisieren. Continue reading Magenknurren in Alesia

Internationaler Suchdienst (ITS) Bad Arolsen

Bis 1929 Kultur- und Verwaltungszentrum von Grafschaft, Fürstentum und Freistaaat Waldeck-Pyrmont, überlässt Bad Arolsen heute Korbach die Administration des nordwesthessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg. Emma zu Waldeck und Pyrmont, die wohl populärste Queen-Mum der niederländischen Geschichte, wurde hier geboren, ebenso wie der in Berlin mit vielen seiner Werke vertretene Bildhauer Christian Daniel Rauch. Der 9. Grad östlicher Länge von Greenwich verläuft durch die Stadt, seit 1994 genießt Arolsen den Status eines Heilbades. Das Tourismusmarketing setzt heute weniger auf Historie als auf Wellness, das um die Fürstenresidenz herum angelegte Barockensemble lädt zum Flanieren ein.

Kartengrüße aus Bad Arolsen

Überregional und international wird der Name der Stadt vor allem mit dem Internationalen Suchdienst in Verbindung gebracht. Diese gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von verschiedenen alliierten bzw. internationalen Organisationen und Konsortiem initiierte Einrichtung beschäftigte sich zunächst  Continue reading Internationaler Suchdienst (ITS) Bad Arolsen

Bibliothek des Zentrums für Antisemitismusforschung

hochkantEin Alleinbesitz-Treffer im KOBV führt hoch hinaus, in die 9. Etage des denkmalgeschützten Telefunken-Hochhauses, das sich heute diverse Institute der TU sowie An-Institute von Telekom und Daimler teilen.
Mit dem Aufzug geht es nach oben. Man bekommt gegen ein Pfand einen Schlüssel für ein Schließfach, trägt sich in ein Nutzerbuch ein – kein Problem, den TU-Bibliotheksausweis zu Hause vergessen zu haben. Auch zum Kopieren ist es nicht erforderlich, die ohnehin schon stattliche Kopierkarten-Sammlung um ein weiteres Plastikkärtchen zu bereichern – es wird bar bezahlt.
Der Bestand der kleinen Bibliothek orientiert sich am thematischen Profil des Instituts – laut Selbstdarstellung auf der Homepage Forschung und Lehre über Vorurteile und ihre Folgen. Das klingt zunächst transdisziplinär-theorielastig, den breitesten Raum nehmen allerdings klassische Regionalstudien zur deutsch-jüdischen Geschichte ein. Hier finden sich viele in Deutschland sonst selten verfügbare Titel und graue Literatur in selbsterklärender Freihandaufstellung. Die Leseplätze befinden sich bereits weit über der berlinüblichen Traufhöhe Continue reading Bibliothek des Zentrums für Antisemitismusforschung