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Magenknurren in Alesia



Am Rande von Venarey-les Laumes, inmitten burgundischer Hügellandschaft, direkt neben dem örtlichen Super U, ist im vergangenen Frühjahr ein Ufo gelandet!

Ziel der Invasion war vermutlich die Demonstration kosmischer Überlegenheit: Mit Hilfe von Luftbildern, Caesars uns allen aus Latinum-Vorbereitungskursen bestens bekannter Schrift „De bello Gallico“, diverser Asterixhefte sowie auf den Vorarbeiten von Napoleon III aufbauender Ausgrabungen gelang es den Extraterrestrischen, den in der irdischen Forschung heftig umstrittenen Schauplatz der  Entscheidungsschlacht zwischen dem römischen Feldherrn und den unter Führung des Vercingetorix verbündeten Gallierstämmen im Jahre 52 v. Chr. zu lokalisieren.

Die Gallier und deren Nachlassverwalter im Frankenreich hatten nämlich die Erinnerung an die verlorene Schlacht so gründlich verdrängt, daß das Wissen um die Lage der ehemaligen Hauptstadt der Mandubier gänzlich verlorenging. Majestix lässt noch im Band „Asterix und der Arvernerschild“ von 1972 bei bloßer Erwähnung des Reizwortes jegliche Contenance fahren.

Netterweise ließen die Aliens UFO samt Ausgrabungen auf der grünen Wiese zurück.
Die Erdbewohner in der Umgebung des Landeplatzes witterten sogleich Chancen für den Tourismus in dieser dünn besiedelten, wirtschaftsschwachen Region und eröffneten sogleich ein Interpretationszentrum.

Die Grand Nation ist selbstbewusst, postheroisch oder postmodern genug, auch eine Niederlage der wahlverwandten Gallier gelassen ins nationale Narrativ zu integrieren, zumal man sich hier durchaus auch in der kulturellen Nachfolge der Römer sieht.
Moderne Völkerwanderung macht es ohnehin zunehmend schwierig, ein Staatsvolk durch Abstammung zu definieren.  Zur Zeit der Etablierung der Nationalstaaten war dies zwar auch nicht einfacher,  wurde aber geschichtspolitisch als notwendig erachtet, weil herkömmliche gesellschaftliche Bindemittel wie Loyalität zu einer Dynastie, Religion und Standesbewusstsein an Bedeutung verloren bzw. von der Revolution hinweggefegt wurden.

Die Ausstellung widmet sich in mehreren Kapiteln der Geschichte und Rezeptionsgeschichte der Schlacht, wobei sie sich, wie schon der Name des Museumsparks verspricht,  auf die Interpretation der vorhandenen, vor allem militärhistorisch interessanten Artefakte und Quellen konzentriert. Man verlässt die Arena angeregt und auf jeden Fall informierter, als man sie betreten hat. Allerdings auch müde, wie die beiden vom Showkampf erschöpften Histotainment-Mitarbeiter auf dem Foto.

Ein Café crème auf der Terasse mit Blick auf die rekonstruierten Befestigungsanlagen wäre jetzt genau das Richtige! Leider ist die Museumsgastronomie im MuséoParc Alésia eine herbe Enttäuschung. Nur Automatenkaffee und Muffins!

Vielleicht ein Teil des museumspädagogischen Konzepts – dem Besucher soll ein authentischer Eindruck vom Lebensmittelmangel während der Belagerung Alesias vermittelt werden.

 

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