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Internationaler Suchdienst (ITS) Bad Arolsen

Bis 1929 Kultur- und Verwaltungszentrum von Grafschaft, Fürstentum und Freistaaat Waldeck-Pyrmont, überlässt Bad Arolsen heute Korbach die Administration des nordwesthessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg. Emma zu Waldeck und Pyrmont, die wohl populärste Queen-Mum der niederländischen Geschichte, wurde hier geboren, ebenso wie der in Berlin mit vielen seiner Werke vertretene Bildhauer Christian Daniel Rauch. Der 9. Grad östlicher Länge von Greenwich verläuft durch die Stadt, seit 1994 genießt Arolsen den Status eines Heilbades. Das Tourismusmarketing setzt heute weniger auf Historie als auf Wellness, das um die Fürstenresidenz herum angelegte Barockensemble lädt zum Flanieren ein.

Kartengrüße aus Bad Arolsen

Überregional und international wird der Name der Stadt vor allem mit dem Internationalen Suchdienst in Verbindung gebracht. Diese gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von verschiedenen alliierten bzw. internationalen Organisationen und Konsortiem initiierte Einrichtung beschäftigte sich zunächst mit der Suche nach vermissten Personen. Für die große Zahl von aus NS-Lagern befreiten Inhaftierten, ehemaligen Zwangsarbeitern und Flüchtlingen, sog. „Displaced Persons“,  musste die Unterbringung, die Rückführung in ihre Heimatländer oder die Emigration in meist außereuropäische Länder koordiniert werden. Der Standort des Suchbüros  folgt der Front von London nach Versailles und Frankfurt/Main. Wegen der günstigen Lage zu den vier Besatzungszonen und einer von Kriegszerstörungen weitgehend verschonten Infrastruktur wird Bad Arolsen 1946 zum Sitz des ITS.

ISD = Internationaler Suchdienst, ITS = International Tracing Service

Seine Aufgaben entwickeln sich zunehmend in Richtung Sammlung und Erschließung von Informationen und Dokumenten über zivile NS-Opfer sowie Auskunftserteilung an Überlebende und Angehörige. Seit der Öffnung des Archivs 2007 engagiert sich der ITS  auch auf den Gebieten Forschung, Information und Bildung mit eigenen Projekten, Ausstellungen, Tagungen und gedenkstättenpädagogischen Angeboten. Das Archiv umfasst derzeit ca. 30 Mill. Dokumente und wächst weiter durch Korrespondenz mit Überlebenden und Angehörigen von NS-Opfern oder mit anderen Institutionen.

Die zentrale Namenkartei des ITS-Archivs

Einen Sucheinstieg bietet die zentrale Namenkartei mit über 50 Millionen Hinweisen zu über 17,5 Millionen Personen, ebenso kann nach Ort/Region oder Bestand (z.B. einzelne Lager) recherchiert werden. Die Dokumente sind digitalisiert und können im Lesesaal direkt an den Recherche-PCs aufgerufen als Kopie abgespeichert werden.
Mit dem Wegfall der Wartezeit auf die Aktenlieferung entfällt natürlich DER klassische Anlass für die Kaffepause. Im Haus soll es eine Kantine geben, möglicherweise ist diese auch für Archivnutzer zugänglich. (?) Die Innenstadt lockt mit gastronomischen Angeboten, zahlreiche Geschäfte knüpfen mit dem Attribut „Schloss-“ „Residenz-“ oder „Hof-“ an vergangene Bedeutung an. Sogar ein Hofbrauhaus gibt es, wo neben Arolser Pils und Alt Waldecker Dunkel saisonal auch Bockbier gezapft wird.

Schausiedefenster im Hofbrauhaus

Das Studium der Speisekarten-Aushänge lässt keine Schlüsse auf regionaltypische Gerichte zu. Vielleicht sollte man den örtlichen Gastronomen die Lektüre der Faksimileausgabe des Waldeckschen Kochbuchs von 1932 empfehlen,

Verlagsanzeige Waldecksches Kochbuch

herausgegeben vom Waldecker Landesfrauenverein und hergestellt mit Original-Druckbogen der früheren fürstlichen Hofdruckerei Carl Loewie, Arolsen.
Bei Fleischer Köhler-Renner gibt es Tagesangebote wie z.B. Sauerbraten (roch sehr gut) und die auf dem Foto angekündigte „Lasagne Metzger Art“. Die Fleischerei beliefert auch den örtlichen REWE-Supermarkt, wo sich günstig und zeitsparend ein Lunchpaket zusammenstellen lässt.

Tagesgerichte bei Fleischerei Köhler-Renner

Im Cafe Prinzess Emma – benannt nach der oben bereits erwähnten größten Tochter der Stadt – kann man gemütlich sitzen und hausgemachten Kuchen in guter Qualität probieren. Unweit von den ITS-Standorten gelegen eine gute Adresse für eine kurze Pausen-Einkehr.

Freisitz des Cafe Emma

Zwischen Hofgarten und Kirchplatz gibt es weitere Restaurants mit deutscher und internationaler Küche, für den kleinen Hunger zwischendurch tut es vielleicht auch ein Quarkriegel (сырок) aus dem russischen Laden Kalina in der Bahnhofsstraße.

Kalina – Russische Spezialitäten

Apropos Bahnhof: Dort verkehren Züge der Kurhessenbahn in Richtung Korbach und Kassel-Wilhelmshöhe. Es gibt einen Imbiss und ein portugiesisches Kulturzentrum, wo aber vermutlich weniger iberische Kulinaria als die Fankultur des FC Porto gepflegt wird.

Portugiesisches Kulturzentrum auf dem Arolser Bahnhof



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