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Bankkrise im Staatsarchiv

Alle Jahre wieder, wenn in Dahlem die Magnolien blühen, rückt ein Mangel ins Bewusstsein des vom Aktenstudium müde blinzelnden Lesers: Auf den das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz umgebenden weitläufigen Grünflächen  fehlen…. Bänke!

magnolie

Das Archiv in der Archivstraße dokumentiert nahezu neun Jahrhunderte brandenburg-preußischer Geschichte „zwischen Königsberg und Kleve“ und verwahrt gegenwärtig ca. 35.000 laufende Meter Archivalien sowie eine Dienstbibliothek mit etwa 185.000 Bänden und 200 laufenden Zeitschriften.

Das GStA hat wohl den schönsten und funktionalsten Lesesaal, den man sich vorstellen kann. An der Wand über der Tür mahnt Spinoza:

Sedulo curavi
humanas actiones
non ridere, non lugere
neque detestari
sed intellegere

(Tractatus politicus, I, 4)

Frühes Kommen sichert gute Plätze (das Archiv öffnet 8.00), allerdings weiß man nicht so richtig, wohin man sich zur Pause mit Thermoskanne und Stullenpaket zurückziehen soll. Das „Tabakskollegium“, ein Raum, wo früher auch der Kaffeeautomat stand und wo man mit anderen Archivnutzern und -mitarbeitern ins Gespräch kam, ist dem Nichtraucherschutz zum Opfer gefallen.

Nun gibt es Tische und Stühle im Treppenhaus – ein bisschen zu viel Durchgangsverkehr, um hier  eine Pausensituation zu simulieren. Alternativ kann man im Garderobenraum (wo der Kaffeeautomat jetzt steht) herum- bzw. im Weg stehen und kauend aus dem Fenster auf die oben erwähnten bankfreien Grünflächen blicken.

Eine Bank gibt es allerdings noch – hinter den schmalen Schultern der Wichmann-Büste des preußischen Staatsrats und Archivdirektors a.D. Karl Georg von Raumer – ebenfalls eher Dekoration als Rückzugsraum für müde, hungrige Leser.

raumer

Bleibt also nur das Auswärts-Lunch. Zu den U-Bahn-Stationen Dahlem Dorf und Podbielskiallee, wo diverse Imbissbuden locken, ist es etwa gleich weit. Allerdings zu weit, wenn man die nicht sehr großzügig bemessenen Öffnungszeiten in Betracht zieht. Besser, man biegt gleich in die Koserstraße ein und lenkt seine Schritte Richtung Meinecke-Institut der FU.

Interdisziplinarität zwischen den beiden dort residierenden Fachrichtungen Geschichtswissenschaft und Veterinärmedizin wird durch eine echte Sehenswürdigkeit hergestellt: Das Skelett von Condé, dem Leibreitpferd Friedrichs des Großen .

pferd

Ein paar Meter weiter  gibt es eine Cafeteria des Studentenwerks. Die 3 Komponenten der Mittagsgerichte – heute Leberkäse, Porreegemüse und Backkartoffeln – scheinen jeweils mit einem Zufallsgenerator zusammengestellt zu werden.

leberkaese

Aber der Kaffee ist besser als am Automaten im Archiv, das Servicepersonal ist nett und im Innenhof findet man endlich die auf dem Archivgelände so schmerzlich vermissten BÄNKE!

meineckehof

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2 Kommentare »

 
  • leser sagt:

    Es gibt einen neuen Pausenraum gleich schräg gegenüber vom Lesesaal (aber nicht da, wo das Tabakskolloquium war, sondern ganz rechts). Mit Tischen, Stühlen, Kaffe- und Snackautomat, allerdings nun ohne Aschenbecher.

  • leser sagt:

    Die Cafeteria im Meinecke-Institut hat bis zum 28.8. Betriebsferien.

 

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