Bayerische Staatsbibliothek

Thukydides, Homer, Aristoteles und Hippokrates, im Münchner Volksmund auch die „Die vier Heiligen Dreikönige“ genannt, bewachen als überlebensgroße Skulpturen den Eingang des imposanten Bibliotheksbaus an der Ludwigstraße. Gemeinsam mit der Schwestereinrichtung in Berlin ist die Münchner Stabi vor allem für die Sammlung älterer und ausländischer Literatur zuständig.

Die einzigartigen Bestände veranlassen zahlreiche auswärtige Leser zu einer Reise nach München. Man kann schon in der Heimat online einen virtuellen Ausweis beantragen, mit dem man Bücher in den Lesesaal bestellen kann – der Berliner Stabi zur Nachahmung empfohlen, wo von Anmeldung über Recherche und Bestellung bis zur Bereitstellung aus dem Magazin etwa ein Tag vergeht. Man kann sich ohne Leseausweis im Gebäude bewegen, die Lesesäle und deren Freihandbestand nutzen. Für den Internetzugang muss man sich allerdings jedesmal einloggen, was ziemlich umständlich und auch im Hinblick auf den Datenschutz problematisch ist.

Das Gebäude wurde z.T. durch Neubauten erweitert, so dass die ursprüngliche Struktur nicht erkennbar ist und die Orientierung in den sehr weitläufigen oder sehr engen Treppenhäusern schwer fällt. Die Cafeteria ist im Untergeschoss im Durchgangsbereich zu den Schließfächern gelegen und bereits ab 8.00 geöffnet. Die Atmosphäre erinnert an den Umkleidebereich eines Schwimmbades. Passend zum Sondersammelgebiet Ost- und Südosteuropa spricht das Servicepersonal serbokroatisch. Die Brötchen sind frisch und gut belegt, das Angebot aber sehr übersichtlich, vor allem im Bereich warme Speisen.

Für den größeren Hunger empfiehlt sich daher der Weg über die Ampelkreuzung und um zwei Ecken in die Amalienstraße ins Gasthaus Maxvorstadt. Hier gibt es das, was man oberhalb des Weißwurstäquators mit dem Begriff bayerisch-urwüchsig verbindet: deftiges Essen, einen ebensolchen Familienkrach am Nebentisch und eine resolute Wirtin, die den Gast beim bangen Zusatz „ein Großes“ bei der Bierbestellung wohlwollend-verständnislos anguckt – Bier in Sektflöten oder Cognacschwenkern ist gottlob in Bayern unbekannt.

maxvorstadt

Beteilige dich an der Unterhaltung

1 Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.